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Wolfgang Amadeus Mozart

Klarinettenkonzert, Klarinettenquintett

Sharon Kam, Isabelle van Keulen, Ulrike-Anima Mathé, Volker Jacobsen, Gustav Rivinius, Österreichisch-Ungarische Haydn-Philharmonie

Berlin Classics/Edel 0016672BC
(57 Min., 11/2009 & 12/2010)

Wenn Rezensieren doch immer so einfach wäre: einschalten, genießen und dann irgendwann schreibend aus dem Vollen dessen schöpfen, was man hörend an Schönem erlebt hat. So geht es dem Rezensenten, wenn Sharon Kam, die Meisterin der Klarinette, zu Mozarts geliebter Bassettklarinette greift, um damit sein Klarinettenkonzert und sein Klarinettenquintett zu spielen. Mit jenem Instrument also, für das Mozart diese beide Stücke tatsächlich geschrieben hat. Man muss die beiden Stücke schon sehr gut kennen, um bewusst auf die Stellen zu warten, wo die Bassettklarinette, weil sie eben unten ein paar mehr Töne hat, nicht aus den originalen Linien ausscheren und oktavieren muss. Aber auch ohne dieses Wissen freut man sich über die volle, dunkle tiefe Lage dieses besonders reizvollen Instruments, das eigenartigerweise so lange auf seinen Wiedereinsatz im Konzertleben warten musste.
Sharon Kams nuancenreiches, sensibles, einfühlsames, schlicht vollkommenes Spiel ist als kleines Wunder eine Konstante auf dieser CD. Im Klarinettenquintett allerdings wird es noch einmal auf ganz besonders geglückte Weise beleuchtet und eingebettet durch einen allenthalben zu faszinierender Schönheit erblühenden Kammermusikklang, den einige der derzeitigen „Führungskräfte“ dieser Disziplin dem Hörer dieser Aufnahme schenken. Die hier präsentierte Quartettformation mit Isabelle van Keulen an der Spitze liefert einen Mozart von einzigartiger Delikatesse, den nie mehr missen möchte, wer ihn einmal gehört hat. Daher ist diese CD – so einfach sagt sich das – ein „Muss“ für jeden Mozartfreund.

Michael Wersin, 01.10.2011



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Kommentare

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Ja das ist ja schön und gut. Zwar kenne ich die neue Sharon Kam-CD noch nicht, doch nehme ich Herrn Wersin seine Begeisterung gern ab. Doch möchte ich die Vermutung äußern, dass es sich bei ihrem Instrumenbt nicht um das Bassetthorn, sondern um die Bassettklarinette handelt, die der Klarinettist Stadler, Mozarts Freund, einst entwickelte, um die Möglichkeiten des eigenen Instrumentes zu erweitern. Sharon Kams große Konkurrentin, die Lübecker Professorin Sabine Meyer, spielte Mozarts opus einst gleichfalls mit Bassettklarinette ein (nach der Version mit der konventionellen Klarinette), gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern unter Abbado. Zu identifizieren ist das Instrument am in hoher und Mittellage herkömmlichen Klangbild, jedoch mit sehr tiefen und leicht näselnden Tönen.

Anmerkung der Redaktion: Der Leser hat völlig recht, bei der Bezeichnung des Instruments ist ein Fehler unterlaufen. Wir haben sie nachträglich geändert.




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