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Diverse

Cello Concertos

Julian Steckel, Rheinische Philharmonie, Daniel Raiskin

CAvi-music/harmonia mundi CAVI 8553223
(54 Min., 6-11/2009)

Schon bei seiner ersten Aufnahme bewies er ein geschicktes Händchen für die Repertoireauswahl, dieses Kompliment kann man Julian Steckel bei der Nachfolgerin erneut machen. Drei Konzerte des 20. Jahrhunderts präsentiert der junge Cellist, alle drei darf man durchaus als sinnlich und 'saftig' bezeichnen: Neben dem bekannten "Schelomo" von Ernest Bloch finden sich die nur selten zu hörenden Konzerte von Erich Wolfgang Korngold und Berthold Goldschmidt. Keine Werke mithin, bei denen man sich hinter technischer Perfektion verschanzen könnte, hier heißt es Butter bei die Fische. Und da macht Julian Steckel wirklich 'bella figura', sein Händchen ist nicht nur bei der Repertoireauswahl geschickt, sondern zaubert auch einen ebenso innigen wie leidenschaftlichen Ton. Sein Spiel ist kantabel und mitunter herrlich süffig, dabei aber stets auch zu einem energischen Strich fähig, er beherrscht die gesamte Palette. Beispiel Goldschmidt: Den langsamen Satz gestaltet er zärtlich, mit Mut zum Gefühl, die Tarantella kostet er effektvoll aus, ohne sie als billigen Reißer zu servieren. Alles ist stets im natürlichen Fluss, wird selbstverständlich phrasiert, überlegen disponiert. Steckel ist ein Musiker von großer echter Emotionalität, der – dazu muss man kein Prophet sein – schon bald zur Weltspitze aufschließen wird. Bravo!

Michael Blümke, 21.05.2011



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Sehr geehrter Herr Blümke, auch wenn ich Ihre Begeisterung über das Spiel Julian Steckels ganz und ganz teile, wundert mich das eben bei solch Orchester-opulent gestaltete Werken wie Blochs Schelomo , kein Wort über Orchester Leistung geschrieben wird, ebenso kein Wort über die ausgezeichnete Tonqualität von die gesamtplatte:tolle Arbeit von Holger Urbach. Diese CD ist ein Produkt der gemeinsamen Leidenschaft, Musizieren und Denken! Ich hoffe deshalb Sie werden Mut dazu zeigen auch „unsere“ Leistung zu erwähnen! Mit Dank im Voraus und freundlichen Gruß, Daniel Raiskin, Chef Dirigent, GMD Staatsorchester Rheinische Philharmonie raiskin@planet.nl




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