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Peter Iljitsch Tschaikowski

Eugen Onegin

Peter Mattei, Anna Samuil, Wiener Philharmoniker, Daniel Barenboim u.a.

DG/Universal 073 4434
(157 Min., 7/2007, 8/2007) 2 DVDs

Tschaikowskis Eugen Onegin hat ein ähnliches Problem wie Mozarts Don Giovanni: Obwohl er die Hauptperson ist, haben die großen Arien die anderen. Um diesen Nachteil wettzumachen, braucht es schon eine starke Sängerpersönlichkeit wie den Schweden Peter Mattei, der in der Salzburger Neuproduktion vom Sommer 2007 von Anfang an klar macht, dass diese Geschichte sein Lebensdrama ist. Faszinierend, wie Mattei den Bogen schlägt vom abgeklärten Dandy des ersten Aktes zum getriebenen Außenseiter des Schlussaktes, der vor den Ruinen seines Lebens steht und wie diese Stimme sich von knisterndem Sexappeal über eisige Kälte bis zu Reue und entwaffnender Selbsterkenntnis wandeln kann.
Mit Mattei taten die Festspiele einen goldenen Griff, mit dem Rest der Besetzung einen guten: Dem eher metallisch timbrierten Tenor Joseph Kaiser nimmt man den Hitzkopf Lenskij ebenso ab wie der schmolllippigen Anna Samuil den Backfisch Tatjana. Dass die Liebesgefühle dieses Upperclass-Girls hier auf Sparflamme flackern, liegt weniger an Andrea Breths artig-festspielkompatibler Inszenierung als an Daniel Barenboim. Immer wieder bremst er die Sänger aus, die Chorszenen wackeln oft gewaltig und die Streicher der Wiener Philharmoniker klingen streckenweise ziemlich strohig. Der Maestro war in Salzburg offenbar noch auf der Suche nach einem Tschaikowski-Feeling. Ob er es inzwischen gefunden hat?

Jörg Königsdorf, 26.09.2008



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Mattei schafft es, durch sein Spiel und seinen ausdrucksstarken schönen Gesang, Onegin nicht allein als den \"abgeklärten Dandy\" und Zyniker darzustellen(wie es hier üblich ist), sondern gleichzeitig in der Briefszene (entsprechend der Musik) als \"liebenden Bruder\", der sich um Tatjanas Zukunft sorgt, wenn sie ihre Gefühle nicht unter Kontrolle kriegt. Statt die Situation auszunützen, ist er fürsorglich und vorausschauend und sogar zärtlich. Ein Onegin, der durch Mattei ungewohnt viele Facetten bekommt - entsprechend der Musik.




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