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Birds

Laia Genc

Double Moon/in-akustik 05712125
(63 Min., 2016/2017)

„Liaison Tonique“ nennt die in Berlin als Tochter einer deutschen Mutter und eines türkischstämmigen Vaters geborene Laia Genc ihr Trio. Liebe und spielerische Zuwendung schwingt in dem Bandnamen mit, aber auch die kräftigende Stärkung wie bei einem Tonikum. Wie gut diese Begriffskombination auf das Zusammenspiel zwischen der singenden Pianistin, dem Bassisten Markus Braun und dem Schlagzeuger Jens Düppe passt, zeigt die Aufnahme „Birds“.
Das Trio erweist sich da als gewitzte Einheit, die mit großer Klarheit das Feld dessen durchmisst, was in dieser Besetzung möglich ist. Mal swingend wie im Opener „Bird“, mal auf den Spuren von Bach wie im fugenartigen „Restless“, mal poppig wie im Song „You Gave Me“, mal frei interagierend wie an mehreren Stellen auf dem Album bringen Genc, Braun und Düppe ihre Musik zum vogelfederleichten Fliegen.
Dass da mehr zu hören ist als sonst bei Jazz-Piano-Trios üblich, liegt daran, dass jeder der drei Musiker etwas Besonderes in die Musik einzustreuen vermag. Düppes Schlagzeugspiel hat eine oftmals lautmalerische Qualität – da ahmt er etwa das Ticken einer Uhr nach, streichelt die Felle seines Sets wie den Bauch des Familienhundes oder fabriziert Grooves, die so klingen wie ein altersschwacher Autoauspuff, der über den Boden schleift. Bassist Braun soliert nicht nur ausgesprochen abwechslungsreich, sondern greift auch gerne zum Bogen. Wenn der gestrichene Bass auf Gencs Zusatzqualifikation trifft – das Singen –, entsteht aus der Kombination eine seltsam schimmernde Klangfläche, der eines Bläsersatzes nicht unähnlich.
So gelingt Gencs „Liaison Tonique“ etwas, das rar geworden ist im Piano-Trio-Format: Jedes Stück birgt eine Überraschung. Eine Liaison, auf die man sich als Zuhörer nur zu gerne einlässt.

Josef Engels, 10.02.2018



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