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Aufs digitale Abstellgleis

Von Zeit zu Zeit zieht man auch in den Chefetagen der angeschlossenen ARD-Radiostationen einen Strich unter die Hörerquoten. Und dann stellt man doch tatsächlich fest, dass gerade die ausschließlich auf Kultur spezialisierten Sendeplätze nicht die breite Masse ansprechen. Im Fall von „BR-Klassik“, so die jüngsten Überhebungen, kommt man täglich auf 260.000 Zuhörer. Keine schlechte Zahl, könnte man direkt vermuten. Immerhin sind das mehr als alle zusammen, die sich in ganz Deutschland einmal im Monat einen Konzertbesuch gönnen. Doch für den designierten BR-Hörfunkdirektor Martin Wagner ist das eine eher ernüchternde Bilanz für diesen Klassik- und Jazz-Sender. Um somit die Quote richtig aufzupeppen, soll BR-Klassik daher 2016 von der angestammten analogen UKW-Frequenz ins Digitalradio wandern.. „Dann würde der ARD-weit einzige reine Klassik- und Jazzsender nur noch mit digitalen Empfangsgeräten zu hören sein”, so der Bayerische Musikrat in einer ersten Reaktion. Dass diese Pläne genau den gegenteiligen Effekt auslösen und weitaus weniger Zuhörer anziehen würden, unterstreichen allein die nackten Zahlen. Denn aktuell scheint die bayerische Bevölkerung wenig vom Digitalradio zu halten. 97,3 Prozent besitzen mindestens einen UKW-Empfänger, aber nur 8,8 Prozent ein Digitalradio. Dennoch ist Martin Wagner davon überzeugt, „mit dem Wechsel zu DAB+ und durch zusätzliche Internetangebote den Kreis der Klassikhörer in Bayern zu erweitern.“ Dieser Meinung kann sich aber nicht nur der Deutsche Kulturrat als Spitzenverband der Bundeskulturverbände keinesfalls anschließen. Gerade der Bayerische Musikrat befürchtet den Ausverkauf von BR-Klassik. Und so hat er eine Online-Petition ins Leben gerufen, mit der man noch bis zum 27. Mai die Senderverantwortlichen auffordern kann, das Kulturprogramm auf dem bisherigen UKW-Kanal zu belassen (www.openpetition.de/petition/online/br-klassik-muss-bleiben).

Guido Fischer



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