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Der letzte macht das Licht aus: Das Wuppertaler Opernhaus (c) Wuppertaler Bühnen

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Noch nicht ganz abgewickelt

Gerade ist der Spielplan der Oper Wuppertal für die kommende Spielzeit ins Haus geflattert. Fünf Premieren verspricht GMD Toshiyuki Kamioka in seiner Debüt-Saison als neuer Intendant. Und mit u.a. „Don Giovanni“, „Tosca“ und „Parsifal“ setzt er da ganz auf Mainstream. Nun bewegt sich Wuppertal wie viele Kommunen gerade im westlichen NRW finanziell schon lange im ultraroten Bereich. Und reflexartig hat das eben jetzt auch der über viele Jahrzehnte facettenreiche und hochkarätige, von wagemutigen Intendanten wie Holk Freytag und Johannes Weigand geprägte Opernbetrieb zu spüren bekommen. Dem kompletten festen Ensemble wurde zur neuen Saison gekündigt. Stattdessen will Toshiyuki Kamioka nur noch mit völlig unbekannten Gästen arbeiten. Zudem setzt man jetzt auf das kostengünstige Stagione-System, beim die Produktionen en suite gezeigt werden.
Natürlich sind auch die schönen Künste schon immer vom schnöden Mammon abhängig gewesen. Im Fall von Wuppertal sind aber die festgezurrten Maßnahmen mehr als pikant. Nicht nur hat im Vorfeld die Stadt immer wieder die radikale Umstrukturierung der Oper dementiert. Ursprünglich wollte Toshiyuki Kamioka zudem eine Musical-Produktion seines neuen stellvertretenden künstlerischen Leiters Joachim Arnold einkaufen. Dieser Plan wurde zwar auf Druck der Öffentlichkeit wieder fallen gelassen. Für die Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) spiegelte aber allein die Absicht den Geist der neuen Leitung wider. „Sie schreckt nicht davor zurück, sich selbst Vorteile einzuräumen, Künstler aber zugleich unter Tarif zu bezahlen.“ Wie der Sparzwang sich bereits ausgewirkt hat, dokumentierte das der Saisonvorschau beilegte Anschreiben. Bis auf ein Logo der Oper entpuppte es als billig hingetippter Handzettel ohne Adresse und etwaige Kontaktdaten.

Guido Fischer



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