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Zugabe

Namen, Nachrichten, Nettigkeiten: Neues von der Hinterbühne

Roberto Alagna, französischer Tenor sizilianischer Abstammung und seit Kurzem von seiner Frau Angela Gheorghiu getrennt, hat in einem Interview mit dem Pariser »Figaro« Gagendetails verraten. Für einen Gala-Auftritt erhalte er etwa 60.000 Euro pro Abend. Höhere Preise würden in Abu Dhabi und auch in Japan gezahlt, wo er pro Auftritt etwa 100.000 Euro verdiene. In der Oper seien die Preise dagegen gedeckelt. Höchstgage pro Auftritt: 13.000 Euro. Alles natürlich brutto. Alagna lebt in der Schweiz, zahlt seine Steuern aber angeblich in Frankreich.
Der ehemalige Würzburger Generalmusikdirektor Jin Wang muss nun doch vor Gericht. Das Verfahren wegen des Vorwurfes der sexuellen Nötigung war zunächst eingestellt worden. Wang sollte durch eine Summe von 105.000 Euro entschädigt werden. Der Erste Strafsenat des Oberlandesgerichtes Bamberg betrachtet jedoch inzwischen die Aussagen des Opfers als schwerwiegend genug, um den Fall noch einmal neu aufzurollen.
Die kanadische Sopranistin Measha Brueggergosman, zugleich Moderatorin der »Arte Lounge« im TV, kehrt nach schwerer Erkrankung auf die Bühne zurück. Wegen einer geplatzten Aorta hatte sie sich im Sommer einer Notoperation unterziehen müssen (und deshalb die Mitwirkung in Nikolaus Harnoncourts Aufführung von »Porgy and Bess« absagen müssen). Eine auffällige Narbe im Brustbereich legt Zeugnis von der Operation ab. In Berlin sagte die Sängerin, sie habe der Tatsache ihres Bluthochdrucks jahrelang nicht genug Rechnung getragen. Ihr neues Album »Night and Dreams« wurde vor der Krise aufgenommen.
Bizarre Auswüchse der Nachwuchsförderung: In Santa Fe ist die Tatsache aufgeflogen, dass sich die Santa Fe Opera an Ölbohrungen beteiligt, die zurzeit die Umgebung im ländlichen Mora County zu verwüsten drohen. Laut lokalen Presseberichten waren dem Opernhaus 2002 die Verwertungsrechte an den Mineralölvorkommen von einer Mäzenin übertragen worden. Sie wollte ein Programm zur Nachwuchsförderung unterstützen. Charles MacKay, der Geschäftsführer des Hauses, verteidigt das Vorgehen.
Nach neuerlichen Absagen von James Levine an der Metropolitan Opera und beim Boston Symphony Orchestra rückt das mögliche Ende einer Ära in fast greifbare Nähe. Levines Vertrag an der Metropolitan Opera endet 2011. Sein Vertrag in Boston ein Jahr später. Nach einer Krebserkrankung 2008 musste sich der immer noch übergewichtige Maestro einer Rückenoperation unterziehen. Vor drei Jahren war er während eines Konzertes in Boston auf der Bühne gestürzt und musste eine monatelange Auszeit nehmen. Seine höchst erfolgreiche Ära an der Metropolitan Opera in New York dauert bereits 36 Jahre.
Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach Anna Netrebko im neuen »Lohengrin« der Bayreuther Festspiele (Premiere Juli 2010, Regie: Hans Neuenfels) die Elsa singen soll. (Als Lohengrin ist der Münchner Tenor Jonas Kaufmann angekündigt.) Bereits in einem Interview mit der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung « hatte sich Festspiel-Leiterin Eva Wagner- Pasquier erfreut über die Möglichkeit geäußert, während ihre Co-Chefin Katharina Wagner abwiegelte: »Sollen doch die Festspiele in Baden-Baden sie als Elsa engagieren.« Mehrfach hatte Netrebko den Wunsch geäußert, die Wagnerpartie zu singen.
Einige ihrer Granados-Partituren hat spanische Pianistin Alicia de Larrocha den französischen Labèque-Schwestern vererbt. Larrocha war im September in ihrer Heimatstadt Barcelona verstorben. Sie litt unter Osteoporose und hatte ihre berufliche Laufbahn vor sechs Jahren beenden müssen. Die Großmeisterin der spanischen Klavierliteratur war mit Katia und Marielle Labèque befreundet.

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 6 / 2009



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