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Musik-Krimi

Folge 7: Die geheimnisvolle DVD

Als Doktor Stradivari an dem Haus eintraf, in dem sich Milan Vorceks Geigenbauwerkstatt befand, kam ihm Kommissar Reuter entgegen. „Vorcek ist in seiner Wohnung über der Werkstatt erstochen worden“, sagte er.
„Und weshalb genau haben Sie mich angerufen?“
„Es gibt dabei mal wieder ein Rätsel, bei dem Sie uns weiterhelfen könnten.“ Die Leiche war abtransportiert worden. Nur ein großer Blutfleck auf dem Sofa zeigte, wo sie gelegen hatte. „Wir haben schon etwas ermittelt“, sagte Reuter. „Vorcek hat eine Lackrezeptur für seine Geigen entwickelt, die er streng geheim hielt. Aber er war nicht besonders gut darin, sie zu verstecken. Die ganze Branche wusste, dass er sie auf einen Zettel geschrieben hatte, der in einer Hülle seiner vielen CDs und DVDs steckte.“
Der Kommissar deutete auf die Regale, die die Wände bedeckten. Stradivari sah sich die Unmenge an Tonträgern genau an. Sie waren sortiert – zum Teil nach Komponisten, nach Interpreten oder nach Aufnahmedaten. Es waren wesentlich weniger DVDs als CDs. Eine kleine DVD-Gruppe aus fünf Filmen stand abseits: „Beethoven Lives Upstairs“, „Knowing – Die Zukunft endet jetzt“, „The Fall“ und „Zardoz“ und „Das bessere Leben“. In der Mitte gab es eine Lücke. Dort hatte jemand den sechsten Film herausgenommen.
„Wahrscheinlich steckte die Rezeptur in dem Film, der hier fehlt“, sagte Stradivari. „Wenn der Mörder die DVD mitgenommen und die Hülle, die ihn ja nicht interessierte, einfach weggeworfen hat, könnten Fingerabdrücke oder andere Spuren daran sein.“
Der Kommissar ließ seine Leute die Wohnung durchsuchen. Als sie nichts fanden, suchten sie auf der Straße weiter. Dann nahmen sie jedes Gebüsch, jeden Müllcontainer und jede andere Versteckmöglichkeit im Umkreis von einem Kilometer unter die Lupe.
Doktor Stradivari und Reuter saßen in der Caféteria des Polizeipräsidiums, als ein Uniformierter nach Stunden das Ergebnis überbrachte. „Unglaublich, was die Leute so wegschmeißen“, sagte er. „Aber wir haben das hier.“ Zum Schrecken der anderen Kantinengäste legte er drei verdreckte DVD-Hüllen auf den Tisch. Sie gehörten zu den Filmen „Apocalypse Now“, „Amadeus“ und „The King’s Speech.“
„Die Frage ist, welcher Film aus Vorceks Sammlung stammt“, überlegte der Kommissar. „Ich denke, das ist einigermaßen klar“, sagte Stradivari. „Für Sie etwa nicht?“
Welche DVD stammt wahrscheinlich aus Vorceks Sammlung und warum?

Doktor Stradivari ermittelt – und Sie können gewinnen!

Wenn Sie die Lösung wissen, schreiben Sie sie an stradivari@rondomagazin.de oder postalisch an RONDO, Johannisplatz 3a, 81667 München – Ihre Kontaktdaten nicht vergessen! Unter allen Zuschriften verlost RONDO in Kooperation mit dem Label Sony fünf Exemplare der neuen CD mit Beethovens Sinfonien Nr. 7 & 8, leidenschaftlich interpretiert vom kammerorchesterbasel unter Giovanni Antonini. Einsendeschluss ist der 15. März.


Auflösung aus Magazin 6/2013:

Charles Gounod unterlegte seinem „Ave Maria“ zwar Bachs CD-Präludium aus dem Ersten Band des Wohltemperierten Klaviers als Begleitung, änderte dieses jedoch so stark ab, dass Branko mit der originalen Bach-Aufnahme als Begleitstimme nicht durch das Stück kommen konnte. Das wäre ihm auch aufgefallen, wenn er – wie er sagt – seit Stunden daran geübt hätte, statt nur zwanzig Takte.


Oliver Buslau, RONDO Ausgabe 1 / 2014



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