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Doktor Stradivari

Folge 5: Der rätselhafte Verlobte

I ch habe das Vergnügen, Sie zur Verlobung unserer Tochter einzuladen“, sagte Freiherr Friedrich von Saal. „Wir feiern mit 150 Gästen im Grandhotel.“ Doktor Stradivari nahm die Einladung gerne an und wollte wissen, wer der Glückliche war.
„Hanno Hohenstein. Ein junger Musikhistoriker, der gerade seinen Doktor macht. Meine Frau und ich sind sehr froh, dass unsere Tochter jemanden gefunden hat, von dem wir sicher sind, dass er es nicht auf das Geld abgesehen hat. Auch wenn er leider nur aus einer bürgerlichen Familie stammt, ist er Akademiker mit den besten Aussichten. Er hat seine Eltern früh verloren und musste sich seine Ausbildung selbst finanzieren.“
Die Verlobungsfeier gipfelte in einem Klavierabend – gespielt von einer Preisträgerin des Bonner Beethoven-Klavierwettbewerbs. Als man danach plaudernd beieinanderstand, hatte Doktor Stradivari Gelegenheit, mit I ch habe das Vergnügen, Sie zur Verlobung unserer Tochter einzuladen“, sagte Freiherr Friedrich von Saal. „Wir feiern mit 150 Gästen im Grandhotel.“ Doktor Stradivari nahm die Einladung gerne an und wollte wissen, wer der Glückliche war. „Hanno Hohenstein. Ein junger Musikhistoriker, der gerade seinen Doktor macht. Meine Frau und ich sind sehr froh, dass unsere Tochter jemanden gefunden hat, von dem wir sicher sind, dass er es nicht auf das Geld abgesehen hat. Auch wenn er leider nur aus einer bürgerlichen Familie stammt, ist er Akademiker mit den besten Aussichten. Er hat seine Eltern früh verloren und musste sich seine Ausbildung selbst finanzieren.“ Die Verlobungsfeier gipfelte in einem Klavierabend – gespielt von einer Preisträgerin des Bonner Beethoven-Klavierwettbewerbs. Als man danach plaudernd beieinanderstand, hatte Doktor Stradivari Gelegenheit, mit Hohenstein ein paar Worte zu wechseln. Er erfuhr, dass dessen Fachgebiet die drei Wiener Klassiker Haydn, Mozart und Beethoven waren. Allerdings nicht im Hinblick auf ihre Musik. Es ging um ihre politischen Einstellungen.
„Bei Beethoven“, sagte Hohenstein, „weiß man, dass er ein Befürworter der franzö- sischen Revolution war. Bei Mozart sind politische Äußerungen trotz der vielen Briefe, die er geschrieben hat, schwerer zu finden. Bei Haydn, dem loyalen Untergebenen eines Fürsten, erst recht. In seiner Position äußerte man damals keine eigene Meinung.“
„Aber wie gehen Sie diesen Dingen dann auf den Grund?“, wollte Doktor Stradivari wissen.
„Ich habe neues Quellenmaterial entdeckt. Es sind Tagebücher des Wiener Verlegers Artaria, der Werke der drei Klassiker herausbrachte. Im August 1789 hat er die Komponisten persönlich besucht, die ja günstigerweise alle drei in Wien lebten. Kurz zuvor hatte der Sturm auf die Bastille in Paris stattgefunden, und er hat sich mit ihnen über die Vorgänge in Frankreich eingehend unterhalten. Was sie darüber dachten, hat er seinen Aufzeichnungen anvertraut. Kommende Biografen von Haydn, Mozart und Beethoven werden sich darauf stützen müssen.“ Hohenstein lächelte und nippte an seinem Sektglas.
Doktor Stradivari nahm sich vor, Herrn von Saal sofort zu einer Unterredung zu bitten. Dieser Hohenstein war entweder ein schlechter Wissenschaftler oder ein Hochstapler. Und das durfte er dem Freiherrn gegenüber nicht verschweigen. Was hat Doktor Stradivaris Verdacht erregt?

www.oliverbuslau.de


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Oliver Buslau, RONDO Ausgabe 5 / 2013



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