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Zugabe

Die Sängerin Brigitte Fassbaender, deren Intendanz am Landestheater Innsbruck demnächst nach 13 Jahren zu Ende geht, hat eine Erklärung dafür, dass es ihr als einer der wenigen Künstler gelungen ist, auch als Regisseurin und Theaterleiterin erfolgreich zu sein. »Ich habe eben alle Anfeindungen ausgehalten«, sagte die inzwischen 71-Jährige. Als Grund dafür, dass frühere Sänger-Generationen robuster gestrickt gewesen seien als heute, nannte sie zu viel Wasser. »Die jungen Sänger heute rennen ständig mit einer Wasserflasche durch die Gegend. Wir früher haben noch richtige Sachen getrunken.«
Mezzo-Star Cecilia Bartoli hat ihren langjährigen Freund, den Schweizer Bassbariton Oliver Widmer, geheiratet.
Die großen alten Dirigenten, die noch immer auf Chefpositionen gehievt werden, schwächeln immer häufiger: Nach mehreren Ohnmachtsanfällen des neuen Chefdirigenten des Chicago Symphony, Riccardo Muti, musste sich der 69-Jährige mehreren Gesichtsoperationen unterziehen. Außerdem wurde ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt. Der zwei Jahre jüngere James Levine hat soeben in Boston neuerlich Konzerte aufgrund von Rückenproblemen absagen müssen. Und auf dem Gang zum Dirigentenpult im Royal Opera House hat Sir Colin Davis (83) einen akuten Schwächeanfall erlitten und ist gestürzt. Der Zuschauerraum wurde geräumt, um den Dirigenten medizinisch zu versorgen. Sir Colin erklärte anschließend, er fühle sich gut, habe nur nach einem sehr anstrengenden Jahr eine kurze Herzschwäche erlitten.
Angst vor dritten Zähnen hat – wie fast jeder Blechbläser – der schwedische Trompeten-Star Hakan Hardenberger. »Wenn im Unterkiefer Zähne gezogen werden, kann die Gefahr bestehen, dass Nerven beeinträchtigt werden – und damit die Beweglichkeit der Kiefer.« Wegen schlechter Zähne haben schon etliche Bläser ihre Karriere vorzeitig beenden müssen (oder aber diese gar nicht erst begonnen). Hardenberger, der mit acht Jahren mit dem Trompetenspiel begann – gleich nach den Milchzähnen –, gilt als einer der auftragsfreudigsten Trompeter für zeitgenössisches Repertoire. Inzwischen machen traditionelle, tonale Werke nur noch etwa ein Drittel seiner Auftritte aus, so Hardenberger am Rande eines Auftrittes in Berlin. In diesem Jahr wird er 50 Jahre alt.
Der neue Chefdirigent des Berliner Konzerthausorchesters, Iván Fischer, sieht sich zum Teil in der Tradition der ungarischen Dirigenten. Hierzu zählen Vorgänger wie Eugene Ormandy, George Szell und Georg Solti. »Schlampig waren sie nicht«, so Fischer in Berlin zur Kennzeichnung dieser Richtung. Iván Fischer, der vor allem durch das von ihm mitbegründete Budapest Festival Orchestra bekannt wurde, gilt als guter Orchestererzieher. Durch eine Assistenz bei Nikolaus Harnoncourt ist er jedoch von seinem ursprünglichen Weltbild abgekommen. »Er hat mich gelehrt, dass es nicht nur darauf ankommt, was in den Noten geschrieben steht, so wie ich das in Wien bei Hans Swarovsky gelernt hatte. Sondern darauf, was zwischen den Noten steht.« Fischer tritt sein Amt als Nachfolger von Lothar Zagrosek im kommenden Jahr an.
Cornelius Meister (31), seit 2005 jüngster Generalmusikdirektor Deutschlands (in Heidelberg), erinnert sich mit Schrecken an den bislang größten Fehler in seiner Karriere. »Bei einer Aufführung von Verdis »La Traviata« vor vielen Jahren habe ich es versäumt, dem Chor an einer bestimmten Stelle den Einsatz zu geben. Woraufhin niemand sang.« Er habe nichts tun können außer dem Orchester eine Fermate anzuzeigen und dem Chor hektisch zuzuwinken. Darauf habe dieser irgendwann eingesetzt und die Vorstellung sei weitergegangen. »Da fühlt man sich ziemlich schlecht, muss ich sagen. Ein paar Jahre später kann man dann darüber lachen.«

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 2 / 2011



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