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Duftnoten

Von David Beckham, Madonna und David Garrett weiß man inzwischen, wie sie riechen. In schicken Flakons abgefüllt und verkorkt, hat jeder nämlich längst seine ganz individuelle Parfum-Creation in den Regalen stehen. Nun sind die drei extrovertiert genug, um ihre Pflege- und Beauty-Vorlieben auch in flüchtiger Form preiszugeben. Aber Andreas Scholl? Der Zwei-Meter-Mann gilt eher als ruhender Pol unter den Klassik-Stars, der ausschließlich mit magischer Vokal-Hydraulik seine Fans um den Finger wickelt. Trotzdem kommt auch Deutschlands Countertenor Nr. 1 jetzt mit einem eigens für ihn komponierten Duftnotenwässerchen um die Ecke. „Aria sublime“ heißt das von der israelische Parfümeurin Kitty Shpirer entworfene Parfüm, mit dem sie Scholls Gesang ins Olfaktorische übersetzen wollte. Für diese Herausforderung musste sie tief in die Trickkiste greifen, um die entsprechende Balance aus Kopf- und Herzstimmenduft zu finden. Und bei dem Mix aus Moschus, Verveine, Bergamette, Kletterrose und einigen pfeffrigen Nuancen durfte für die aphrodisierende Wirkung ein Hauch Ambra nicht fehlen. Andreas Scholl scheint mit dem Ergebnis zufrieden: „Es ist ein diskreter Unisex-Duft - so subtil wie die Kunst und die Musik.“ Eine Frage der Zeit ist es aber wohl nur noch, wann seine Kollegen und –Kolleginnen ebenfalls ihre eigene Parfüm-Linie auf den Markt bringen. Und zumindest bei Rolando Villazón darf es dann durchaus auch nach Gaucho-Sattel riechen.

Guido Fischer



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