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Spielen oder spielen lassen? Steinway Spirio (c) eu.steinway.com

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Was kostet die (Klavier-)Welt?!

Champagner, Canapés, nettes Geplauder. Und dazu entspanntes Jazzlounge-Geklimper. Auch so kann ein Werbetrailer aus dem Traditionshaus Steinway & Sons ausfallen. Andererseits hat sich die Klaviernobelmarke ja noch nie an den gemeinen Musikfreund von der Straße gerichtet, sondern an diejenigen mit unerschütterlichem First-Class-Feeling. Und so darf sich denn auch bei diesem 2:23 Minuten-Streifen jeder angesprochen fühlen, der mindestens ab 100.000 Euro nicht langweilig in irgendwelchen windigen Fonds investiert, sondern quasi mal locker unter dem Kopfkissen gebunkert hat. So eine sechsstellige Summe „muss“ man nämlich nicht für einen etwas anderen Steinway-Flügel hinblättern. Nein: man darf es, weil man es eben kann! „Wir sind in einer Branche, in der Geld nicht das Thema ist“, so Guido Zimmermann, seines Zeichens Geschäftsführer von Steinway Europe. „Man kauft, wenn man sich wohl fühlt und Vertrauen in die Zukunft hat.“ Genau das bestätigen ihm inzwischen extrem finanzkräftige Kunden speziell aus China, Saudi-Arabien, Katar und Osteuropa. Sie alle haben sich nämlich für einen Flügel mit Selbstspielsystem entschieden, bei dem man sich über eine spezielle Software gleich noch die Klavierkunst all der Lang Langs, Vladimir Horowitz‘ & Co. direkt ins Haus holt.
In der Digital-Bibliothek des „Spirio“-Steinway sind rund 1700 Aufnahmen von ehemaligen und aktuellen Steinway-Künstlern abgespeichert. Nur den Stecker in die Dose, ein Stück per App ausgewählt – und schon scheint der Geist etwa auch von Glenn Gould oder Yuja Wang die schwarzen und weißen Tasten in Bewegung zu setzen.
Solche Selbstspielklaviere gibt es natürlich schon lange. Ob als Vorläufer der Music-Box oder als ein Automat, der wie im Fall der Player Piano-Studies von Conlon Nancarrow Kunststücke auf der Tastatur vollbringt, die kein Mensch aus Fleisch und Blut hinlegen kann. Doch die Käuferschaft sieht den „Spirio“-Flügel nun zuallererst als ein Prestige-Objekt, für das man eben keine Note lesen oder gar Klavierunterricht genommen haben muss. Übrigens dürfte sich dieser herrliche Steinway bestimmt auch sehr gut als Anrichte eignen. Beispielsweise für Canapé-Tabletts.

Guido Fischer



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