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Da lehnt sich der Zöllner zurück: Für solche Elfenbeinelemente braucht es lückenlose Dokumente (c) violinschool.org

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Fair-Trade & Öko

Im sächsischen Vogtland und speziell im schönen Städtchen Markneukirchen wird seit vielen Jahrhunderten der Instrumentenbau groß geschrieben. Und auch Robert König gehört einer schon 160-jährigen Geigenbauer-Dynastie an. Nun ist König für sein visionäres Handwerk einmal mehr ausgezeichnet worden. So hat ihm die Chemnitzer Handwerkskammer den Umweltpreis in der Kategorie „Innovation“ verliehen. Denn König hat eine Alternative zu gerade jenen Materialien ausgetüftelt, die wie bestimmte Ebenholzarten auf der Liste des Washingtoner Artenschutzabkommens stehen und damit nur unter strengsten Auflagen verwendet werden dürfen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Musikinstrumentenbau Zwota hat König ein Art Ebenholzersatz aus Naturharz und recyceltem Papier entwickelt, das in einem Pressverfahren hergestellt wird. „Wir mussten viele Dinge bedenken. Eine Geige oder ein Cello kann 300 Jahre alt werden“, meint König. „Wir brauchten also einen Stoff, der sich problemlos schleifen und hobeln lässt und wo sich das Brett auch nach vielen Jahren noch wechseln lässt.“
Die Auszeichnung wurde nun im Vorfeld eines runden Jubiläums verliehen. Denn vor genau 40 Jahren, am 20. Juni 1976, trat das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) in Deutschland in Kraft. Und seitdem achten die Zöllner penibel auf hirnlose Touristen, die mit ihrer zwischen Socken und Unterwäsche verstauten, oftmals lebenden Beute einreisen wollen. Umgekehrt wird es aber auch gerade für Orchestermusiker immer enger, mit seinen ans Herz gewachsenen Celli oder Geigen zu einer Auslandstournee aufzubrechen. Das mussten schon 2014 die Münchner Philharmoniker erfahren, als man in den USA gastierte. So verlangen die amerikanischen Behörden für jedes Instrument ein offizielles CITES-Dokument, auf dem die auf roten Listen stehenden, aber vor den Handelsverboten verbauten Materialien wie Elfenbein und Rio-Palisander aufgeführt werden. Keiner der Musiker der Philharmoniker konnte jedoch ein solches Dokument vorweisen.
Mit ähnlichen Problemen haben aktuell die Streicher der Philharmonie Südwestfalen zu kämpfen. Das NRW-Landesorchester ist für ein Opernfestival in der Schweiz gebucht. Doch jetzt wurde festgestellt, dass bei 15 Instrumenten Materialien wie Rio-Palisander und Echsenleder oder Elfenbeinintarsien verbaut worden sind. Nun haben schon die ersten Orchestermusiker reagiert und begonnen, ihre Instrumente umbauen zu lassen.

Guido Fischer



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