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Namen, Nachrichten, Nettigkeiten: Neues von der Hinterbühne

Nach dem Ende der Karriere von Nikolaus Harnonocurt hat dieser die Leitung des Concentus Musicus in Wien vorläufig seinem ehemaligen Assistenten Stefan Gottfried übertragen. Harnoncourt hatte es zuvor abgelehnt, sich zur Nachfolge bei dem von ihm gegründeten Ensemble zu äußern. Vereinbarte Termine hatten aber eine kurzfristige Lösung notwendig gemacht. Erst vor Kurzem hatte Harnoncourt damit begonnen, auch Werke von Mozart, Beethoven und Schubert mit dem Concentus aufzuführen. „Ich glaubte früher, wir seien noch nicht so weit“, so Harnoncourt. Der 86-Jährige hatte im Dezember erklärt, von allen Dirigier-Verpflichtungen aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten zu müssen.
Die Absagen von Tenor-Star Jonas Kaufmann im Dezember waren auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen zurückzuführen (Sinusitis). Planmäßige Rückkehr: Ende Januar.
Opernregisseur Barrie Kosky inszeniert am liebsten dort, wo er seinen Hund mit zu den Proben nehmen darf. Das sei zum Beispiel in Frankfurt und Zürich der Fall. „Nur in München müsste ich ihn in einer Tasche am Pförtner vorbei schmuggeln.“ Angeblich hätten das andere schon geschafft. „Ich leider nicht. Mein Hund ist zu groß für eine Tasche.“ Ungeklärt ist, ob Kosky den Hund nächstes Jahr mit nach Bayreuth nehmen kann, wo er Wagners „Meistersinger“ inszeniert. „Soeben habe ich mein Konzept vorgestellt“, sagte Kosky dem Berliner „tip“. „Katharina war begeistert.“ Die Familie Wagner ist für Hunde- und Tierliebe traditionell bekannt. „Sind die Tiere hier nicht heilig?!“, fragt schon Kundry im „Parsifal“.
Bei Simon Rattle werden zuhause keine musikalischen Diskussionen in der Küche fortgesetzt. „Wir haben Kinder!“, sagte seine Frau, die Mezzo-Sopranistin Magdalena Kožená in Berlin. „Bei uns geht es um Windeln und darum, was zu kochen ist.“ Letzteres teilten sich beide. „Simon kocht. Und ich koche auch.“
Opern- und Theaterregisseur Dieter Dorn (80) glaubt an einen Zusammenhang von Fußball und Theater. „Fußball und Theater hängen von den jeweils kleinsten Rollen ab“, so Dorn. Viele Schauspieler seien nicht zufällig auch gute Fußballspieler. Nach dem Tod vieler seiner Protagonisten könne er sich eine kontinuierliche Arbeit indes nicht mehr vorstellen. „Wenn ich die Liste derer sehe, die nicht mehr leben, stockt mir der Atem. Rolf Boysen, Doris Schade, Gisela Stein, Thomas Holtzmann, die sind alle weg.“ Die anderen seien auch älter geworden. „Anders gesagt: Meine Produktionsmittel sind mir abhanden gekommen.“
Opern-Legende Peter Sellars sieht zwischen seinen radikalen Mozart-Aktualisierungen in den 80er Jahren und seinen heutigen, friedlich-flauschigeren Deutungen („Matthäus-Passion“) eine Kontinuität. „Der Unterschied: Ich mache weniger Witze!“, so Sellars in Berlin. Der Grund dafür, dass er ernster geworden sei, habe „damit zu tun, dass in den vergangenen zehn Jahren in den USA alles dermaßen von der Stand-Up Comedy dominiert wird. Das ging mir irgendwann auf die Nerven.“
Mezzo-Diva Joyce DiDonato bereitet nach ihrem Erfolg als „Maria Stuarda“ eine weitere Sopran-Rolle vor: Rossinis Semiramis an der Bayerischen Staatsoper. Das sagte sie in New York. Auf die Frage, warum Mezzo-Soprane meist witzigere, selbstironischere Damen seien als ihre Kolleginnen im Sopran, meinte sie: „Ich schätze, dass von einer Primadonna, also vom Sopran, stärker erwartet wird, ein bisschen in Richtung Maria Callas zu tendieren.“ Mezzo-Soprane seien handfester, da sie oft komische Rollen zu singen hätten. „Uns Mezzo- Sopranen wird einfach nicht gern erlaubt, uns zu ernst zu nehmen. Also lassen wir es.“

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 1 / 2016



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"Erst vor kurzem hatte Harnoncourt begonnen..." - Die erste Aufnahme von Mozarts Hornkonzerten mit H. Baumann und dem Concentus entstand 1974, der Idomeneo 1980, das Requiem wurde zwei Mal eingespielt, dann gibt es die frühen Sinfonien, Messen usw.. Beschäftigt sich Herr Fraunholzer erst seit kurzem mit dem Werk N. Harnoncourts?


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