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Musik aus Stahl: Kunst- und Kulturminister Josef Ostermayer (r.) mit dem Architekten des Denkmals, Wolf D. Prix (l.) und dem Präsidenten der Alban Berg Stiftung, Maximilian Eiselsberg (m.) (c) Hans Hofer/Bundeskanzleramt

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Gefrorene Zwölftonmusik

Das österreichische Architekturbüro Coop Himmelb(l)au hat erst zu Beginn des Jahres wieder für reichlich Wirbel gesorgt. In Frankfurt a.M. hatte das Kollektiv einen riesigen Doppeltower dem Auftraggeber, der EZB übergeben. Knapp an der 200-Meter-Grenze kratzen die Bürotürme vom neuen Zuhause von Draghi & Co. Nicht in diese luftigen Höhen schwingt sich dagegen ein Denkmal auf, das Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au jetzt für den Herbert-von-Karajan-Platz vor der Wiener Staatsoper entworfen hat. Auf sechs Meter Höhe kommt das Kunstwerk, mit dem der österreichische Komponist Alban Berg (1885-1935) endlich von seiner Heimatstadt gewürdigt wird. Doch ein Denkmal von der Stange hat Prix nun wirklich nicht geliefert. Vielmehr ist eine metallene Skulptur als „eine abstrakte Variation über vier Notenbilder der drei Komponisten“ Berg, Arnold Schönberg und Anton von Webern entstanden, die unter dem Begriff „Zweite Wiener Schule“ die Moderne in der Musik maßgeblich mitbestimmt haben. Die zwölf Stufen des fast einen Meter hohen Sockels sollen dabei auf die Zwölftonmusik Bezug nehmen, die von Berg & Co. etabliert wurde. „Es ist gefrorene Musik, die am richtigen Ort steht“, findet Brix und greift damit das berühmte Wort Schellings auf, der Architektur als „erstarrte Musik“ bezeichnet hat. „Eigentlich hasse ich die Metapher von Architektur und gefrorener Musik, weil sie ein Blödsinn ist“, so Prix. „Aber in diesem Fall stimmt es wirklich.“
Natürlich meldeten sich im Vorfeld der Planung nicht nur Freunde zu Worte. So habe Staatsopern-Direktor Dominique Meyer zunächst Bedenken gegen das Denkmal geäußert. Doch nachdem diese aus dem Weg geräumt werden konnten, beginnt die Bauphase. Im Frühjahr 2016 soll das etwas andere Alban Berg-Denkmal stehen. Wobei es sich übrigens dann um das erste Denkmal handelt, „das von dem Gewürdigten auch selber bezahlt wird“, wie Peter Wolf als einer der beiden Präsidenten der von Bergs Witwe Helene 1968 gegründeten Alban Berg Stiftung jetzt unterstrich. Bis 2005 (also 70 Jahre nach dem Tod des Komponisten) waren immerhin die Tantiemen Bergs reichlich geflossen. Und so wird nun u.a. mit fünf Prozent des zusammengekommenen namhaften Stiftungsvermögens, aber ganz ohne öffentliche Mittel, das Denkmal realisiert.

Guido Fischer



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