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Elisabeth Kulman (c) Julia Wesely_EK

Zugabe

Namen, Nachrichten, Nettigkeiten: Neues von der Hinterbühne

Nicht nur Cecilia Bartoli wechselt die Seiten, sondern auch Geiger Daniel Hope. Während Bartoli in Monaco zur künstlerischen Leiterin der neu gegründeten „Musiciens du Prince“ berufen wurde, hat Daniel Hope als Dirigent beim Zürcher Kammerorchester angeheuert. Er folgt hier auf Roger Norrington.
Auf der Saison-Pressekonferenz der Royal Opera Covent Garden in London hat Chefdirigent Antonio Pappano lobende Worte für deutsche Sänger gefunden. „Drei Deutsche haben die Vorhand im italienischen Repertoire: Jonas Kaufmann, Diana Damrau, Anja Harteros.“ Zwei von ihnen, Harteros und Kaufmann, singen die Hauptrollen in der im Februar in Rom aufgenommenen Studio-Produktion von Verdis „Aida“. Pappanos „Tristan“-Aufnahme vor zehn Jahren (mit Nina Stemme und Plácido Domingo) war indes seinerzeit von der Schallplattenfirma EMI als die letzte in deren Geschichte angekündigt worden. „Wir fangen wieder an“, so Pappano.
Dirigent René Jacobs hält heutige Opernregisseure für zu ernst. „Ein Wort“, so Jacobs in Berlin, „können sie auf den Tod nicht ausstehen: ‚Unterhaltung‘“. Deswegen würden derbburleske Elemente etwa in den deutschen Barock- Opern von den Opernregisseuren nicht verstanden – und zu feierlich inszeniert. „Dabei muss man doch sagen, dass Barock-Opern in erster Linie der Unterhaltung dienten. Nur eben: sehr gut gemachte Unterhaltung.“
Mezzo-Sopranistin Elisabeth Kulman (41), bekannt als ‚Jeanne d’Arc der Opern-Gagen‘, hat das Ende ihrer Bühnenlaufbahn erklärt. „Ich habe für mich persönlich herausgefunden, dass ich mein kreatives Potential am besten zur Entfaltung bringen kann, wenn ich nach meinen eigenen Regeln arbeiten kann und mich nicht fremden Strukturen unterordnen muss“, schreibt sie auf ihrer Homepage. Künftig will sie sich auf Konzerte und Liederabende konzentrieren.
Paavo Järvi, künstlerischer Leiter der Kammerphilharmonie Bremen, außerdem Noch-Chef des Orchestre de Paris und Demnächst- Chef des NHK Symphony Orchestra, hat den Unterschied zwischen der Kammerphilharmonie und großen Sinfonieorchestern folgendermaßen erklärt: „Die Kammerphilharmonie brauche ich gar nicht dirigieren. Sie kommen ohne mich aus“. Das sei nicht nur das Spezifische, sondern „das Schöne“ daran.
Sopranistin Karan Armstrong, ebenso geliebte wie gehasste Diva der Deutschen Oper Berlin zur Zeit der Intendanz ihres Ehemannes Götz Friedrich, schaut unverbittert auf die Vergangenheit zurück. „Es hat mich nur angriffslustiger gemacht“, sagte sie in Berlin über die zeitweiligen Buhs, denen sie ausgesetzt war. „Ich bin eher selbstbewusst, muss ich sagen. Ich mag mich“, so Armstrong. Sie sei außerdem früher an die Deutsche Oper engagiert worden als Götz Friedrich und habe zu Anfang etliche Schwierigkeiten mit ihm gehabt. „Götz Friedrich wollte, dass man sich direkt vor ihm aufbaute und sang, während er dabei Zigaretten rauchte“, so Armstrong. „Als ich ihn noch nicht kannte, erhielt ich eines Tages einen Anruf von meinem alten Freund Marcel Prawy aus Wien. Er sagte: ‚Ich höre, dass Götz Friedrich mit dir ‚Salome‘ in Stuttgart herausbringen will? Lass das bloß sein! Er wird dich bei lebendigem Leibe auffressen und deine Karriere ruinieren!’ Und wissen Sie was: Da bin ich gerade gegangen!“
Dirigent David Zinman (78) hat bevorstehende Dirigate in Zürich und in Japan abgesagt. Der Grund ist eine bevorstehende Hüftgelenks-OP.
Valery Gergiev, Chef des Mariinsky Theaters in St. Petersburg, hat zwischen 11. April und 9. Mai innerhalb von 29 Tagen sage und schreibe 49 Konzerte dirigiert. Das geht aus dem Tourplan des Dirigenten hervor. Mehrere Vorstellungen pro Tag und kein einziger Brückentag machen’s möglich.

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 3 / 2015



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