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Boulevard

Ein Schuss Jazz, eine Prise Film, ein Löffel Leichtigkeit: Bunte Klassik

Der sanfte Schwung des Celloklangs

Das Cello ist der Star der großen Melodien, der leichten Melancholie und der sanften Linien. Dass es auch noch im physischen Umriss kurvenreich gebaut ist, passt ins Bild – und es ist sicher kein Zufall, dass die einst von Udo Lindenberg besungene Schöne gerade Cello spielte. Eine mit Cellohits vollgepackte Doppelbox legt nun die EMI vor. Das Programm reicht von Bach bis Rachmaninow, von Brahms bis Fauré, und es sind viele bekannte Celloschmeichler unter den Interpreten. Neben Solisten wie Han-Na Chang, Jacqueline du Pré und Mstislaw Rostropowitsch auch das berühmte Dutzend von der Spree.

The Most Relaxing Cello Album In The World ... Ever

Han-Na Chang, Jaqueline du Pré, Truls Mørk, Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, Gerald Moore, Daniel Barenboim u.a.

EMI

Maazel singt!

Die Regeln stehen fest, und doch ist immer wieder Platz für Neues. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass ein Dirigent im Neujahrskonzert nicht nur den Taktstock, sondern auch die Stimme erheben darf? Die Ehre traf Lorin Maazel, der übrigens nach dem legendären Willi Boskovsky die meisten Neujahrskonzertdirigate aufzuweisen hat. In der „Bauernpolka“ von Johann Strauß setzt er den frech nach Noten grölenden Musikern seinen eigenen Bass entgegen. Das Neujahrskonzert 2005 ist übrigens das bisher erste auf CD, bei dem kein „Radetzkymarsch“ vorkommt. Aus Rücksicht auf die Flutopfer wurde auf die zweite Zugabe verzichtet.

Neujahrskonzert 2005

Lorin Maazel, Wiener Philharmoniker

DG/Universal

Der Allround-Gitarrist

40 Jahre Erfolg mit sechs Saiten: 1965, als John Williams sein Debüt-Album aufnahm, hatte er sich bestimmt nicht träumen lassen, dass er einst eine lebende Gitarrenlegende werden würde. Schon seit längerem verbindet er seine klassische Karriere mit Ausflügen in Grenzregionen wie Pop und Filmmusik. Und diese Vielfalt prägt auch die neue Doppel-CD mit 39 Titeln, in deren Titel das Wort „ultimativ“ zu Recht vorkommt. Kaum einer interpretiert so überzeugend Morricone neben Bach, und Satie neben Swing.

The Ultimate Guitar Collection

John Williams

Sony

Fortuna dreht am Rad

Bevor in diesem Jahr in Wien mit Walzer und Polka das Neue Jahr begrüßt wurde, nahm man in der deutschen Hauptstadt erstmal Abschied vom Alten – und zwar mit Carl Orffs ‘„Carmina Burana“. Das Ereignis in der Berliner Philharmonie war einerseits Silvesterkonzert, andererseits aber auch ein Meilenstein in Sir Simon Rattles Diskografie. Trotz langer Liste: Orffs Erfolgsopus fehlte bislang bei Rattles Aufnahmen. Nun ist eine Einspielung mit viel Drive entstanden, angereichert mit Live-Atmosphäre.

Carl Orff

Carmina Burana

Sally Matthews, Lawrence Brownlee, Christian Gerhaher, Rundfunkchor Berlin, Berliner Philharmoniker, Simon Rattle

EMI

Von Strawinski bis Rap

Im Januar 2003 begann der neue Chefdirigent der Berliner Philharmoniker Sir Simon Rattle mit seinem ersten großen Education-Project – ein riesiger Tanzworkshop, an dem sich etwa 250 Berliner Jugendliche aus 25 Nationen beteiligten. Längst ist das Projekt „Rhythm Is It!“ international bekannt geworden, und daran wiederum ist der Dokumentarfilm von Thomas Grube und Enrique Sánchez Lansch schuld. Fans des Streifens werden sich von Anfang an auf den Soundtrack gefreut haben, denn er enthält nicht nur Strawinskis „Sacre“, sondern zwei weitere Stücke: „Rhythm Is It!“ von Karim Sebastian Elias und den Rap „Versteck dich nicht“ von Wickeds.

Rhythm Is It

Berliner Philharmoniker, Simon Rattle

Naxos

Oliver Buslau, RONDO Ausgabe 1 / 2005



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