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Steinreiches Qatar: Dieser Flügel lässt jeden Pianisten brillieren (c) goldfinchpianos.com

Pasticcio

Mein Pferd, meine Yacht, mein Flügel

Gerade hat das auf funkelnden und blinkenden Kristallschmuck spezialisierte Traditionsunternahmen Swarowski seine jüngsten Geschäftszahlen vorgelegt. Und wer eben auch in den obersten Etagen des Geldes seine Steinchen in allen Größen und Farben los wird, der kann sich über die aktuellen Bilanzen nicht beklagen. So hat man 2014 im Kristallbereich einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro gemacht. Mit einem dicken Plus wird sicherlich auch das laufende Geschäftsjahr zu Ende gehen. Denn gerade hat man einen Scheich im fernen Katar glücklich machen können. In Zusammenarbeit mit Steinway & Sons hat man nämlich einen Luxusklasseflügel designt und gefertigt, mit dem der arabische Hausherr bei seinen Gästen sicherlich mächtig Eindruck schinden wird. Gefertigt wurde das gute Stück in England und unter der künstlerischen Oberaufsicht von Lauren Baker: „Ich bin komplett fasziniert von der Arbeit mit Kristallen. Allein wie die Kristalle das Licht einfangen und es in ein Farbprisma zerlegen, macht die Beschäftigung mit ihnen so außergewöhnlich.“ In sechsmonatiger Handarbeit wurden so rund eine halbe Million Kristalle auf dem Flügel appliziert. Und auch wenn das Ergebnis nicht unbedingt den 1. Geschmackspreis gewinnen wird – beeindruckend ist es durchaus, wie sich auf der Seite der englischen Klavierbaufirma Goldfinch nachprüfen lässt (http://www.goldfinchpianos.com/pianos/the-crystal-piano).
Der amerikanische Swarowski-Fan und schrille Bühnenhase Liberace hätte an diesem 613.000 Dollar schweren Modell seine helle Freude gehabt.

Guido Fischer



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