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Wie von Geisterhand

Relativ zeitgleich mit den ersten Tonaufnahmen entwickelte die vom Schwarzwälder Spieluhrenmacher Michael Welte gegründete Firma „Welte & Söhne“ 1904 das so genannte „Welte-Mignon-Reproduktions-Piano“. Mit ihm war es möglich, das Spiel von Pianisten auf Lochstreifen festzuhalten und später relativ exakt wiederzugeben. Die wesentlich billigere und flexiblere Schallplatte sollte indes als Aufnahmetechnik den Sieg davon tragen, freilich um den Preis eines geringeren „Live“-Gefühls. Eine neue, von den Zenph Studios in Raleigh (North Carolina) entwickelte Software soll es nun ermöglichen, Tonaufnahmen in so genannte Midi-Dateien umzuwandeln, die dann ein spezielles Disklavier von Yamaha quasi „live“ reproduzieren kann. Als erstes hat man sich die Einspielung eines Chopin-Préludes von Alfred Cortot aus den Jahr 1928 vorgenommen sowie die 1955 entstandenen Goldberg-Variationen von Glenn Gould (s. S. 16). Die Resultate seien exzellent, verkündete John Walker, der Leiter des Softwareunternehmens in der Zeitschrift „New Scientist“. Als nächstes will man sich an die Aufnahmen des Jazz-Giganten Art Tatum machen.

Markus Kettner, RONDO Ausgabe 3 / 2005



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