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Schätze für den Plattenschrank

Queen Emma I.

Sie ist so etwas wie die Mutter aller Alte Musik-Sängerinnen. Wer aber glaubt, dass die Stimme der englischen Sopranistin Emma Kirkby im Laufe der nunmehr 40-jährigen Karriere etwas an Nachtigall-Süße eingebüßt hätte, der kann sich weiterhin vom Gegenteil überzeugen. Denn Kirkby ist auch nach über hundert Einspielungen und wahrscheinlich mehr als tausend Konzerten immer noch ohne Fehl und Tadel aktiv. Das schon fast zeitlose Erfolgsrezept der 2007 von der Queen Elisabeth II. zur „Dame Commander of the Order of the British Empire“ ernannten Sängerin liegt in ihrer absoluten Natürlichkeit. Ohne große Gesten und überschwängliche Emotionen kommt Kirkby aus und durchmisst nicht nur den Barockkanon von Dowland und Purcell bis Händel und Bach klar, rein und mit einer Haltung, bei der immer auch etwas Naives und ausschließlich Dienendes mitschwingt. Gleiches gilt für die Mozart-Interpretin etwa der großen Motetten wie „Exultate, jubilate“ oder Konzertarien wie „Ah, lo previdi!“. Auch diese Mozart-Wonnen finden sich in der Box mit sämtlichen für das französische Label „Editions de L‘Oiseau-Lyre“ eingesungenen Recitals aus dem Zeitraum 1978 – 1997. Und selbstverständlich begegnet man Kirkby stets in vertrauter Runde, zu der Christopher Hogwood und seine Academy of Ancient Music genauso gehören wie Lautenist Anthony Rooley und The Consort of Musicke.

Emma Kirkby – The Complete Recitals

Editions de L’Oiseau–Lyre/Universal

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 2 / 2015



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