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Meldungen und Meinungen aus der Musikwelt

Singender Eisberg

Wale galten bisher als die in jeder Hinsicht größten Sänger der Weltmeere. Doch jetzt haben die massigen Musikanten Konkurrenz bekommen. Sensoren der Neumayer-Polarstation in der Antarktis verzeichneten nämlich ein äußerst tieffrequentes, harmonisches Brummen mit 30 Obertönen, das die auswertenden Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts Bremerhaven hellhörig werden ließ. Sie machten sich auf die Suche nach der offenbar mobilen Quelle für den Stunden andauernden „Gesang“ – und wurden auf ein bisher unbekanntes Talent namens „Tafeleisberg B-09A“ aufmerksam. Dieser, so fanden die Forscher heraus, rammt bei seiner Wanderung immer wieder den flachen Meeresboden. Durch den Aufprall wird er dabei wie eine gigantische Orgelpfeife in elastische Schwingungen versetzt. Kleiner Schönheitsfehler: Die Töne sind nur bei beschleunigter Wiedergabe für das menschliche Ohr wahrnehmbar.

Carsten Niemann, RONDO Ausgabe 1 / 2006



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