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Der letzte macht das Licht aus: Kahlschlag in Wuppertal (c) Wuppertaler Bühnen

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Das war´s – fast

Es gab Zeiten, da schaute die Kulturwelt nicht nur wegen der Lokalmatadorin Pina Bausch nach Wuppertal. So war das auf den Impressionismus spezialisierte Von der Heydt-Museum genauso eine Reise wert wie ein innovatives Opern- und Theaterleben. Und heute? Während das Tanzensemble weiterhin von seinem Ruhm gut leben kann, stehen die Bildenden Künste durchaus auf soliden Füssen. Nur bei den städtischen Bühnen herrscht längst Grabesstimmung. Die Ensembles von Oper und Theater wurden abgewickelt bzw. radikal gestutzt. Und die ersten Früchte solcher Kahlschläge sind bei der aktuellen Spielzeit zu bestaunen. Da ging eine katastrophale Theaterfassung von Schuberts „Schöner Müllerin“ über die Bühne (die dementsprechend negativ ausgefallene Premierenbesprechung in einer Wuppertaler Tageszeitung wurde übrigens vom verantwortlichen Lokalredakteur nachträglich einfach „schön“ geschrieben). Und auch die von GMD Toshiyuki Kamioka für seinen Opern-Stagione-Betrieb eingekaufte „Tosca“-Produktion bekam von der Kritik die scheinbar verdiente Breitseite.
Nun könnte man gemein sein und Kamioka zurufen: selbst Schuld! Schließlich ist Kamioka (natürlich mit der Rückendeckung der Stadt) hauptverantwortlich für die Demontage der Opernstadt. Um das örtliche Hauhaltsloch ein wenig zu stopfen, war es Kamiokas Idee, einfach einmal dem festen Ensemble zu kündigen und ab dieser Saison nur noch auf Gastspiele zu setzen. Bis 2019 sollte der gebürtige Japaner eigentlich dieses Sparkonzept künstlerisch mittragen. Eigentlich. Denn was die Spatzen von den morschen Dächern gepfiffen haben, ist jetzt offiziell bestätigt worden. Kamioka verlässt vorzeitig, zum Ende der Saison 2015/16 den sinkenden Opernkutter. Der ausschlagende Grund dafür soll Kamiokas Bitte gewesen sein, ihn zwei Monate im Jahr von seinen Pflichten als Opernintendant und Generalmusikdirektor zu entbinden, damit er in Japan dirigieren kann. Nix da, konterte der OB. „Oper und Orchester erfordern eine ganze Arbeitskraft“, so Peter Jung. „Wir halten eine achtwöchige Abwesenheit für nicht damit vereinbar.“ Und so trennen sich also bald ihre Wege.
Gerne ist man nach Wuppertal gefahren. Doch irgendwann – das sei hiermit prognostiziert – wird auch das Pina Bausch Ensemble über die Wupper gehen bzw. von selbiger Reißaus nehmen, um in Ruhe an der anderer Stelle weiterzutanzen. Dann geht es auf den Bühnenbrettern endgültig trostlos zu.

Guido Fischer



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