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(c) Josef Gallauer/Decca

BASF Ludwigshafen

Stimmband-Analysen

Startenor Juan Diego Flórez singt – und ein hochkarätig besetztes Symposium macht sich Gedanken über die „Zukunft des Gesangs“.

Die wertvollste Bestätigung für eine gelungene Aufnahme ist bekanntermaßen das Lob vom Publikum. Doch im Gegensatz zu den Selbstläufern und Megasellern der Netrebkos und Lang Langs kann das Gros der zahllosen Neueinspielungen erst über gute Kritiken und im besten Fall dank eines Preises seine Interessenten und Käufer finden. Dementsprechend reiben sich Interpreten und Produzenten vor Freude die Hände, wenn sie etwa mit Deutschlands ältestem Schallplattenpreis ausgezeichnet werden. Seit 1963 gibt es den „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ und es ist – wie der Name erkennen lässt – eine von Musikjournalisten ausgelobte Trophäe. Nun sind zwar die Zeiten längst vorbei, als in der Vinyl- Ära ein rundes „Preis“-Schild auf das ausgezeichnete Produkt geklebt wurde und man damit auch den Kaufanreiz potenzierte. Aber wer heute – im CD-Zeitalter – von seinem Glück erfährt, allein auf eine der Quartalsbestenlisten zu gelangen und damit schon mal Kandidat für die Jahresbestenliste ist, der bekommt fast umgehend auch ein größeres Feedback etwa von Konzertveranstaltern.
Trotz des Renommees, das dieser Schallplattenpreis immer genoss, konnte seine Breiten- und Tiefenwirkung seit 2011 aber noch einmal um ein Vielfaches ausgebaut werden. Ausgelöst hat diesen enormen Schub die FAZ-Musikredakteurin Eleonore Büning, die den (ehrenamtlichen) Vereinsvorsitz übernahm und damit frischen Wind in die Strukturen und die Außendarstellung brachte. Immerhin ist Büning die Mutter der beliebtesten, lockersten und auch unterhaltsamsten Diskussionsrunde über Musik. Unter dem Titel „Quartett der Kritiker“ bespielt man quer durch Deutschland mittlerweile volle Konzerthäuser. Wobei das Konzept denkbar einfach ist. Vier nicht auf den Mund gefallene Musikkritiker plaudern fachkundig über ein Musikstück und seine Interpretationen.
Inzwischen gibt es aber noch weitere Gelegenheiten, bei denen einige der rund 145 Jurymitglieder auf öffentlichen Podien zu erleben sind. Ein neues Forum bietet da die Kulturabteilung des Ludwigshafener Chemieriesen BASF, der jetzt zum zweiten Mal ein vom „Preis der Deutschen Schallplattenkritik“ organisiertes Symposium fördert. Nachdem im letzten Jahr sich ein hochkarätig besetzter Roundtable mit dem Thema „Das Konzert der Zukunft – die Zukunft des Konzerts“ beschäftigt hat, dreht sich die zweite Ausgabe um die „Zukunft des Gesangs“. Der Frage, inwieweit sich die Stimme im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit verändert hat, gehen da u.a. der Tonmeister Andreas Neubronner, die Musikwissenschaftlerin Christiane Tewinkel und der Vokalexperte Jürgen Kesting in ihren Referaten nach. Tags darauf stoßen zur Runde dann Eleonore Büning sowie Rainer Kern vom „Enjoy Jazz“-Festival dazu. Um die von der zweitägigen Gesprächsrunde aufgeworfenen Denkanstöße vielleicht mit einem simplen, aber glänzend hingeworfenen ‚C‘ zu bestätigen oder doch zu kontern, hat man für den Ausklang einen Könner seines Fachs eingeladen. Es ist der gebürtige peruanische Tenorissimo Juan Diego Flórez, der das BASF-Benefizkonzert zusammen mit der Filarmonica della Scala unter Leitung von Fabio Luisi bestreitet – und mit Rossini, Donizetti & Co. 1a brilliert.


Kalendarium:

30.11.: BASF-Gesellschaftshaus
ab 14 Uhr: Symposium
ab 18 Uhr: Öffentlicher Meisterkurs mit Juan Diego Flórez

1.12.: BASF-Feierabendhaus
ab 15 Uhr: Erweiterte Podiumsdiskussion
21 Uhr: BASF-Benefizkonzert mit Juan Diego Flórez, Filarmonica della Scala, Fabio Luisi

www.schallplattenkritik.de/news
www.basf.de/kultur


Guido Fischer, RONDO Ausgabe 6 / 2014



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