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Nicht jeder Klassikfan muss gleich ein Anhänger Papst Benedikts XVI. sein. Doch wer sich an den seifigen Sakropop erinnert, zu dem Johannes Paul II. unbekümmert mit dem Fuß zu wippen pflegte, dürfte jedenfalls dem neuen Wind, der zumindest musikalisch im Vatikan weht, auch etwas Positives abgewinnen können. So wie SWR-Hörfunkdirektor Bernhard Hermann, der bei einer päpstlichen Audienz die Gelegenheit nutzte, um dem bayerischen Pontifex ein Gastspiel des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart anzubieten. Mit päpstlichem Segen („Ja, ja, die Schwaben können ruhig mal kommen“) wird man zum 80. Geburtstags des Pontifex am 16. April im Vatikan auftreten. Mit von der Partie sind die Geigerin Hilary Hahn und der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel. Während er als Kardinal Ratzinger vor zehn Jahren noch machtlos zuhören musste, wie Bob Dylan mit Songs wie „Knocking on Heavens Door“ im Vatikan provozierte („Ich war skeptisch und bin es in gewissem Sinne noch immer, ob es richtig wäre, derartige ,Propheten‘ auftreten zu lassen“, schreibt er in seinem neuesten Buch), dürfte der Papst an Mozarts Violinkonzert G-Dur und Dvořáks Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ seine ungetrübte Freude haben.

Carsten Niemann, RONDO Ausgabe 2 / 2007



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