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(c) Callas Museum Athen

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Ein Fall für den Kammerjäger

Vorausgesetzt, das Geld wird nicht wieder anderweitig verbraten und verbrannt, soll es 2015 endlich soweit sein. In Athen wird ein Maria Callas- Museum eröffnet, in dem nicht nur die Karriere der Göttlichen in Bild und Ton im Mittelpunkt steht. Auch will man handverlesene Stücke ihrer Bühnen- und Privatgarderobe zeigen. Nach der akustischen Aufarbeitung ihres diskografischen Erbes (siehe dazu auch Seite 14 in diesem Heft) soll damit nun in der griechischen Hauptstadt eine Pilgerstätte für die Callas-Fans aus aller Welt entstehen. Doch bei einigen Ausstellungsstücken, die man wohl fest eingeplant hat, dürfte aktuell buchstäblich der Wurm drin sein. Denn in dem seit 1938 bestehenden Athener Theater-Museum, das Memorabilia auch von griechischen Bühnenstars wie Melina Mercouri besitzt, hat sich unappetitliches Kleinvieh wie Ratten und Kakerlaken auf viele heilige Kleider der Callas gestürzt. Und das ist inzwischen nicht mehr die einzige Bedrohung. Da das Dach des Museum einzustürzen und damit die Callas-Sammlung zu begraben droht, wurde das Museum kurzerhand geschlossen. Beim nächsten Athen-Besuch kann die Troika daher gleich ein Team aus Statikern und Kammerjägern mitbringen.

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 4 / 2014



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