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Schätze für den Plattenschrank

Dokumentation einer Epoche

Auf dem Papier war es eine dieser Personalien, die kaum Sensationswert besaß: Der Amerikaner David Zinman übernimmt das Züricher Tonhalle-Orchester. Das war 1995. 2014 und somit 19 Jahre später werden sich das Orchester und der Dirigent zum Saisonende trennen. Und diese schon lange vorher verbreitete Nachricht wurde diesmal mit spitzeren Ohren registriert. Denn selbst falls es einen in den fast zwei Jahrzehnten nie nach Zürich gezogen haben sollte, um die Musikerehe aus der Nähe und live zu begutachten, wusste man um den Ausnahmerang dieser Verbindung. Schon der gemeinsame Beethoven-Zyklus, mit dem man ab 1997 an die Öffentlichkeit trat, hat Spuren im Beethoven- Bild hinterlassen, wie es vorher nur die Toscaninis, Leibowitz’ und Gardiners geschafft haben. Und mit der im Laufe der nächsten Jahre und Jahrzehnte in Angriff genommenen Gesamteinspielungen der Sinfonien von Schubert, Schumann, Brahms und Mahler setzte man ebenfalls Maßstäbe. Obwohl Zinman stets auf Klarheit und Durchhörbarkeit selbst der kammermusikalischsten Verflechtungen bedacht war, trieb er die Musiker zugleich zu einem atmenden und ergreifenden Klang an, der der Tiefe dieser Werke gerecht wurde. Angesichts dieser tatsächlich auch viele Orchesterwerke von Richard Strauss umfassenden Spitzendiskografie bot es sich daher jetzt an, diese Züricher Ära noch einmal mit einem fulminanten CD-Kompaktpaket zu würdigen.

Great Symphonies (50 CDs)

David Zinman

RCA/Sony

Guido Fischer, RONDO Ausgabe 3 / 2014



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