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Doktor Stradivari

Folge 9: Der Mann mit dem Kontrabass

Doktor Stradivari und Kommissar Reuter waren am frühen Abend im Wagen unterwegs, da kam eine Meldung aus der Innenstadt: Einbruch in einer Wohnung! Der Täter war brutal vorgegangen und hatte eine ältere Dame niedergeschlagen. Jemand hatte beobachtet, wie ein Kombi wegfuhr. Im Kofferraum des Wagens hatte ein großes Musikinstrument gelegen – offenbar ein Kontrabass. Der Beamte von der Leitstelle gab das Nummernschild des Wagens durch.
„Könnte der Mann mit dem Kontrabass der Einbrecher gewesen sein?“, fragte der Kommissar.
„Das nicht. Aber wir brauchen ihn unbedingt als Zeugen.“
Zwanzig Minuten später hatte eine Streife den gesuchten Wagen in der Innenstadt entdeckt und gestoppt. Der Fahrer, ein glatzköpfiger älterer Mann, blickte erschrocken drein.
„Ich habe es furchtbar eilig“, sagte er und deutete auf den Bass in seinem Auto. „Unser Konzert in der Marienkirche fängt in einer dreiviertel Stunde an. Ich bin ohnehin zu spät.“
„Es tut mir leid“, sagte Reuter, „aber Sie müssen uns aufs Revier begleiten.“ „Geht das nicht morgen? Oder heute Abend nach dem Konzert? So gegen elf?“ Der Mann wirkte sehr nervös. Der Kommissar schüttelte den Kopf. „Jede Minute zählt.“ „Sind Sie professioneller Musiker?“, fragte Doktor Stradivari. Der Mann schüttelte den Kopf. „Ich spiele in einem Amateurorchester. Und ich bin der einzige Kontrabass im Ensemble.“
„Und wie lange spielen Sie schon?“
„Erst drei Jahre. Ich bin vom Cello umgestiegen. Ich habe dann mit Freunden Kammermusik gespielt – das ‚Forellenquintett‘ von Schubert oder den ‚Elefanten‘ aus dem ‚Karneval der Tiere‘. Ich hätte nie gedacht, dass das funktioniert. Aber im Prinzip wandert man ja einfach eine Oktave nach unten. Ansonsten hat man dieselben vier Saiten in Quintstimmung. Wie das eben bei den Streichern so ist. Einmal Streicher, immer Streicher … Gut, man muss halt im Stehen spielen. Oder auf so einem komischen Hocker …“ Der Mann lächelte gequält.
„Entschuldigen Sie, Doktor Stradivari“, unterbrach Kommissar Reuter. „Das ist ja alles ganz interessant, aber für einen Plausch unter Musikexperten haben wir nun wirklich keine Zeit.“ „Natürlich“, sagte Doktor Stradivari. „Ich wollte eigentlich nur sicher gehen, dass der Herr hier nicht ins Konzert muss, wie er behauptet. Warum er den Bass durch die Gegend fährt, kann ich nicht sagen. Aber spielen kann er ihn sicher nicht.“
Wie kommt Doktor Stradivari darauf?

Doktor Stradivari ermittelt – und Sie können gewinnen!

Wenn Sie die Lösung wissen, schreiben Sie sie an stradivari@ rondomagazin.de oder postalisch an RONDO, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin – Ihre Kontaktdaten nicht vergessen! Unter allen Zuschriften verlost RONDO in Kooperation mit dem Label Channel Classics fünf Exemplare der neuen CD „Basso bailando“ von Kontrabassist Rick Stotijn. Einsendeschluss ist der 05. August.


Auflösung aus Magazin 2/2014:

Auf dem Foto fällt der Schatten Sichelschneiders auf das Gebäude. Das ist aber nicht möglich, da die Fassade des Mährischen Theaters Olmütz nach Nordosten weist und um 18 Uhr im Schatten gelegen hätte. Das Foto muss also eine Fotomontage gewesen sein.


Oliver Buslau, RONDO Ausgabe 3 / 2014



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